Lesung

Aus dem Buchcover: Niemand unterbricht mich, niemand stimmt mir zu. Der Hörsaal ist still, ich bekomme kein Echo, ich höre mich selbst nicht mehr. Es muss die Anlage sein, denke ich. Ich habe ein Mikrofon vor mir. Ich rücke es näher. Plötzlich schreien sie: Schuldig! Ich bin überrascht, erregt. Ich habe doch meine Rede noch gar nicht begonnen, denke ich, will ich sagen. Aber ich bringe es nicht hervor. DU HAST DEN UNRECHTSSTAAT UNTERSTÜTZT kommt es mir entgegen. ...

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Bernd Rump, von Hause aus und eigentlich Kraftwerksingenieur, entpuppte sich mit dem Ende des Neuen Ökonomischen Systems in der DDR als Lieder- und mauserte sich zum Theatermacher, den die sogenannte Wende in die Politik verschlug. Trotzdem ist er dem Theater innerlich - und bei jeder Gelegenheit auch äußerlich - treu geblieben. So erweist sich die Weltgeschichte für ihn als das große immerwährende Theater, in dem sich die Akte vorhersehbar und doch auf unerwartete Weise ablösen, manchmal als Tragödie, oft als Farce. Einiges davon hat er erlebt und erfahren aus sicherer Distanz, anderes wollte er wahrhaft todesmutig zum Besseren wenden und endlich durfte er sogar ein paar wichtige Weichen mit stellen. Vieles davon hat der einstige Leiter des Dresdner Schicht-Theaters mit Abstand bedacht und aufgeschrieben und einem Mann in die Wiege gelegt, der er vielleicht gewesen sein könnte und deshalb die Hauptrolle spielt in einem Szenario, in dem auch Bulgakows Figuren aus dem Roman „Der Meister und Margarita“ wieder auferstehen. Diese hatte er als Erster auf eine deutsche Bühne gebracht. Aber nicht nur Meister Voland suchte immer wieder in verschiedener Gestalt den Pakt mit ihm. Auch der düsterste Schatten der Vergangenheit, der von Auschwitz fiel auf sein Leben, ehe es begann…

Bernd Rump, in früheren Zeiten bekannt als Lieder- und Theatermacher, nach dem politischen Umbruch lange Jahre Spin-Doctor in den Reihen der PDS bzw. der Linken, liest aus seinem autobiographischen Roman Der Traum zuvor. Storyline. In einem Szenario zwischen Rekonstruktion und Fiktion erzählt er darin die Geschichte eines von Wahn und Aberwitz des 20. Jahrhunderts unverschonten Lebens sowie vom Ringen um den Sinn und die Glaubwürdigkeit einer (der kommunistischen) Idee.