Es ist Krieg. Welche Synonyme dafür auch benutzt werden: es ist Krieg. Er begann mit Gaddafis Angriffen auf seine Opponenten; auf die Demonstranten und die von ihm abgefallenen Städte. Und jetzt sind die Willigen auch im Krieg. Der willige Herr Sarkozy zum Beispiel. Dessen Gattin immerhin ganz gute Lieder schreiben kann. Und der Nobelfriedenskämpfer Obama, der ein anderes Amerika versprach und irgendwie auch ist. Lauter sympathische Leute. Wir sind nicht dabei – wie schade tönt es durch die Medien. Das werden wir nicht durchhalten, nein. Das schadet unserem Ruf ungemein. Jeder Ex-General bläht sich zum Politiker auf in den Talkshows. Und ausgerechnet Frau Merkel will nicht und Herr Westerwelle auch nicht. Aber die SPD würde schon wollen. Für die gute aufständische Sache, die durchaus gut sein mag. Aber Krieg? Ist Krieg möglich für die gute Sache. Und wie lange dauert das dann? Wie im Kosovo? Oder wie in Afghanistan? Wäre es eine gute Sache, wieder in Tobruk zu sein auf den Spuren Rommels? Haben wir denn gar nichts gelernt? Doch. Diesmal doch. Halbherzig, aber doch. Wie im Irak. Ich bin erstaunt darüber mit der Kanzlerin überein zu stimmen: Ist das Ostdeutsche plötzlich in ihr erwacht? Oder die Vernunft. Denn dort wo wir in Kriegen waren und sind in den letzten Jahren, da begann das ja ausgerechnet unter rot-grün. Und wir haben vielleicht doch gelernt, dass man da schwer wieder heraus kommt. Und vielleicht sogar auch so schnell gar nicht heraus darf, wenn nicht wieder noch mehr Krieg entstehen soll. Warum auch immer die Kanzlerin und der Außenminister nicht in den Krieg ziehen wollen und was auch immer da gespielt und nicht gespielt wird: Es ist besser nicht im Krieg zu sein und ein bisschen isoliert unter Kriegern.