Diese Woche kamen die Tode auf mich zu. Der eine Freund liegt mit dem tödlichen Krebs im Hospiz und zwischen den Zeiten des Morphiums reden wir über das Leben, die Zeitung und das Theater. Eine Stunde etwa, dann verschwimmt das Gespräch. Bis zum nächsten Tag oder Übernächsten oder auch dem Letzten.

Der andere Freund besuchte mich Gestern. Mitten im Wort brach er zusammen. Infarkt. Der Notarzt kam schnell aber konnte nichts retten. Wir kannten uns gut vierzig Jahre und redeten gerade über den Garten, den meine Tochter ansehnlich gemacht hatte.

Aber es kam auch eine gute Nachricht. Ich bekam eine Mail vom Sohn eines schon vor Jahren gestorbenen Freundes: Er habe nun die Aufzeichnungen seines Vaters zum Druck bekommen und würde sich freuen, wenn ich diese lese.

Für diese Woche habe ich genug. Was mich betrifft bin ich optimistisch. Der Text an dem ich schreibe braucht zumindest zwei Jahre.