Lothar Bisky

Es ist keine zwei Jahre her, dass ich ihm hier zu seinem Siebzigsten gratulierte. Ich habe dem auch heute wenig hinzu zu fügen. Die vielen Nachrufe in den Zeitungen haben einen gemeinsamen Nenner: Er war eine integre und außerordentlich seltene Persönlichkeit in der deutschen politischen Geschichte. Es erstaunt freilich, dass dies heute alle zu wissen scheinen, es hätte ihm wohl gut getan, solchen Respekt selbst zu erfahren. Denn Lothar Bisky war ein ebenso behutsamer wie empfindsamer Mensch. Er hatte seine Herkunft aus der Kate, wie er es nannte, nie vergessen und es ging ihm vor allem um Gerechtigkeit. Ungerechtes mochte er nicht ertragen und was er auch in seiner Partei einforderte, die Kultur, verkörperte er selbst. Er konnte Mittler sein und Vermittler. Ich habe eine Zeit mit ihm im Vorstand arbeiten dürfen und ich bin dafür dankbar. Er war mir wichtig und ich glaube, dass es vielen so geht. Er fehlt, aber es wäre gut, könnte sich die LINKE um ihn sammeln, um sein gelebtes Vermächtnis als Demokrat und Sozialist. Die LINKE hätte es ohne ihn nicht gegeben. Es wäre schön, sie wüsste das, schon um ihrer Zukunft willen.