Wäre die Welt ohne Religionen friedlicher?

Kaum hatte ich via Facebook mitgeteilt, worauf ich vorbereite, schon kamen die ersten Empfehlungen meiner Freunde: „Die Frage ist schon fragwürdig.“ „ Die Welt hat Religionen und nun fragt doch: warum? Wozu sie verwendet und missbraucht werden, ist eine andere Frage. Sie berührt nicht ihre Existenz.“ Im Prinzip stimme ich dem zu. Nur: ihre Existenz berührt es auch, schon deshalb, weil es unser aller Existenz betrifft. Und plötzlich wird die Frage spannend …

I. Ist Pegida die Antwort auf unerfüllte Glücksversprechen des Herbstes 1989?

Sicher hat das Glücksversprechen mehr als nur Risse. Um so wichtiger ist die Frage, ob sich die Menschen auseinanderdividieren lassen oder ihre Menschlichkeit behaupten. Da geht es nicht mal einfach um links oder rechts, es geht um die Humanität schlechthin.

Dass das Zeitalter der Vorherrschaft der Weißen, Europäer – wie man es auch immer nennen will zu Ende geht und damit wieder einmal in der Geschichte ein “Goldenes Zeitalter” dahin schwindet, ist kaum zu übersehen. Und dass mit dem Fall der Mauer eben mehr einstürzte als ein marodes politisches System dämmert vielen inzwischen auch. Und wenn die “Verdammten der Erde” wie sie Franz Fanon vor einem halben Jahrhundert nannte, nun sich tatsächlich aufmachen, dann war das schon lange nur eine Frage der Zeit, die der Weltgeist eben nicht in Jährchen misst. Und nun ist die Frage nicht, ab wir dagegen oder dafür sein sollen – das überlasse ich gern den Moralisten usw. - sondern die Frage ist, wie wir mit diesem “Naturprozess” zurecht kommen.
Und so kritisiere ich an Frau Merkel nicht ihr “wir schaffen das”, im Gegenteil, ich sehe ja gar keine vernünftige Alternative dazu, sondern die Halbherzigkeit, Planlosigkeit, Konzeptionslosigkeit usw., mit der eine solche völlig neue und historisch einmalige Aufgabe nicht gelöst werden kann. Aber da liefert weder die AFD etwas, und leider auch die LINKE nicht viel.

Stalin ist schuld – oder so ähnlich...

für Lev Berinskii

Ich müsse, so Detlev H. in seiner unbeschreiblichen Art etwas zu bewirken, ich müsse natürlich nichts zu einem Buffett beitragen. Er verstünde schon, dass ich zum kochen nicht tauglich sei, schließlich kenne er mich seit vielen Jahren und ich sei ihm wahrhaftig niemals als Koch aufgefallen oder auch nur als etwas, was in der Nähe dieser Bezeichnung läge. Er verstünde, es sei halt nicht mein Ding, und ich müsse ja auch gar nichts hier beisteuern, es sei denn , ich hätte Lust, dem Jubilar, wobei das Jubiläum ja schon wieder fünf, sechs Tage zurück läge, also, es könne ja sein, dass ich etwas erzählen wollte, zum Beispiel darüber wie oder auch wieso ich, also ein Bernd Rump den Jubilar, also Lev Berinski kennengelernt hätte. Das würde mir ja nicht schwerfallen, also ich solle einmal nachdenken darüber, es sei kein Muss aber so ganz freiwillig sei es auch nicht. Und ich könne ja auch später kommen, weil ich einwandte an diesem Tag schon einen Termin zu haben, ja ich könne auch später kommen. Ja, murmelte ich in Ermanglung einer erklärbaren Alternative. Wenn du meinst. Aber du weißt nicht, worauf du dich da einlässt.

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Als aus den Bewegungen im Herbst 1989 die Partei des Demokratischen Sozialismus entstand, war es für viele ihrer Gründer grundlegend, dass sie die Idee von einem Sozialismus nicht aufgeben wollten. Eines Sozialismus, der als Gegenprogramm zum Kapitalismus mit Notwendigkeit anzustreben sei, unabhängig davon, was ein Sozialismus des Politbüros an dieser Idee zerstört hatte.

Dieser Sozialismus müsse – als Bewegung, als Methode und als Ziel verstanden aber zutiefst demokratisch verfasst sein. Die Entwicklung der Demokratie als eine Voraussetzung für eine Wiedergeburt des Sozialismus zu verstehen, dass war das grundsätzlich neue und zeigte den Bruch mit dem Sozialismusverständnis der SED und der kommunistischen Staatsparteien auf. Der Satz Rosa Luxemburgs: „die Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden“ wurde in diesem Zusammenhang zu einer bestimmenden Erkenntnis der Jungen, der neuen Partei.